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Eric Helgar
Eric Helgar 

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Der Schellack-Prinz – Die Karrieren des Eric Helgar

16.5. - 6.7.2008

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Eric Helgar
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Eric Helgar in „Du bist mein Glück”
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Eric Helgar und „Ploom”, TV-Sendung „Auf Ihren Wunsch”, 1970er Jahre
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Zur Eröffnung am 15. Mai, 19 Uhr hat der Theater- und Fernsehautor Horst Pillau an Eric Helgar und die gemeinsame Arbeit mit ihm erinnern. Der Sänger, Schauspieler und Musicalstar Rainer Luhn erwies seine Referenz mit Hits aus den 1930er Jahren.
Im Anschluss wurde der Film „Du bist mein Glück” (D 1936, R: Karlheinz Martin, mit Beniamino Gigli, Eric Helgar, Isa Miranda) gezeigt.

Eric Helgar ist die Stimme der dreißiger Jahre. Sie erklingt auf den Tanzplatten der berühmtesten Orchester seiner Zeit. Schnell wird der Film auf den gutaussehenden Mann aufmerksam, Bühne und Fernsehen folgen. Die Ausstellung erzählte von seinen Karrieren in fünf Jahrzehnten deutscher Populärkultur.

Eric Helgar war die Stimme der dreißiger Jahre, Inbegriff des sogenannten „Refraingesanges”. Auf den Tanzplatten der berühmtesten Orchester seiner Zeit, wie denen von Peter Kreuder, Adalbert Lutter und Teddy Stauffer, erklingt seine Stimme. Vom Falsett hielt er sich ebenso fern, wie von gesanglichen Arabesken und schauspielerischen Interpretationen der oft zweitrangigen Texte. Wenn Helgar singt, klingt es, als hätte er eigentlich „etwas Besseres” zu tun und eben im Tonstudio ganz nebenbei eine legendäre Aufnahme abgeliefert – ohne jede Anstrengung, mit einer Spur Distanz und Ironie, mit großer Selbstsicherheit und einem stahlenden Lächeln... Diese Leichtigkeit unterscheidet ihn z.B. vom näselnden Tenor seines Kollegen Rudi Schuricke und dem opernhaften Baß des Wilhelm Strienz. Eric Helgars Gesang strahlt etwas sehr undeutsches und modernes aus. Seine Stimme und Erscheinung sind die eines internationalen Jet-Setters, haben nichts zu tun mit deutscher Piefigkeit und dem ideologischen Korsett der dreißiger Jahre. Nach den ersten Erfolgen als Plattenstar wurde schnell der Film auf den gutaussehenden jungen Mann aufmerksam. Bühne und Fernsehen folgten. Die Foyerausstellung erzählt von den Erfolgen Eric Helgars durch fünf Jahrzehnte und zeichnet den Weg eines der wichtigsten Vertreter deutscher Populärkultur nach.

„Wir wollen Freunde sein fürs ganze Leben”
Eric Helgar, ein Mann mit fünf Karrieren

Ina Helgar-Nicolai
„Das ganze Leben ist Theater...” so hat der amerikanische Weltstar Frank Sinantra es einmal ausgedrückt.
Theater war auch ein Stichwort im Leben des vielseitigen Künstlers Eric Helgar, der 1910 als Sohn des erfolgreichen Schweizer Opernsängers Gustl Helgar während seiner Gastspielreise des Vaters in Regensburg geboren wurde. Und da Gustl Helgar auf dieser Tournee vorrangig den Eric im „Fliegenden Holländer” sang, fiel die Wahl für den Namen des Sohnes nicht schwer.
Seine Kindheit verbrachte Eric Helgar in Zürich, der Heimatstadt seines Vaters. Seine Begegnung mit der Musik fand bereits in der frühsten Jugend statt: mit erstaunlicher Anteilnahme wohnte er schon als kleiner Junge dem täglichen Rollenstudium des Vaters bei, begann sehr bald Arien des Vaters nachzusingen und – ohne auch nur eine einzige Note zu kennen – auf dem Klavier zu improvisieren.

Als er – knapp siebzehnjährig – und mit keinen sehr präzisen Plänen zu seiner Großmutter nach Berlin wechselte, begegnete er dort zufällig dem damaligen Direktor der ULTRAPHON, Herbert Grenzebach, einem Freund seines Vaters. Der wusste von dem erstaunlichen Musikinteresse des Kindes und meinte: „Du hattest doch immer nur Musik im Kopf! Und wenn dein Vater eine so großartige Stimme hat, müsstest Du doch eigentlich auch singen können!” Eine ziemliche optimistische Überlegung, die sich in diesem Falle als durchaus berechtigt erwies. Er lud ihn zu einer Probeaufnahme ein. Eric Helgar bereitete sich auf diese Chance vor, musste mit seinem Vorsingetermin allerdings stundenlang warten, da der große Joseph Schmidt vor ihm noch mit wichtigen Plattenaufnahmen dran war und ihm als „künftigen Kollegen” viel Glück wünschte. Der junge Eric erhielt auf der Stelle seinen ersten Schallplattenvertrag bei der ULTRAPHON.

Damit begann seine Schallplattenkarriere, die zwischen 1928 und 1978 zu rund zweitausend Plattenaufnahmen führte. Ihn begleiteten dabei so berühmte Orchester wie Oskar Joost, Teddy Stauffer, Juan Llosas, Adalbert Lutter, Hans Bund, Lajos Kiss, Billy Bartholomew – und natürlich Peter Kreuder, mit dem er außerdem zahlreiche Tourneen durch halb Europa unternahm. Daneben hatte er regelmäßige Live-Auftritte bei Konzerten in Berlin und sehr bald auch in allen deutschen Rundfunksendern. Ein paar Schallplatten nahm Eric Helgar auch in London auf – in englischer Sprache und z.T. auch auf unzerbrechlichem Material.

Auch bei den ersten Experimenten des Fernsehens war Eric Helgar bereits dabei, sozusagen in der „Pionierzeit”, als man nur in Räumen mancher Postämter die ersten Fernsehbilder sehen konnte.

Seine weiche Stimme, sein ausdrucksvoller Vortrag, sein Charme brachten ihm große Beliebtheit und Erfolg ein. Man war auf ihn aufmerksam geworden. Es dauerte es nicht lange, bis die ersten Theater-Angebote kamen.
Zur Olympiade 1936 spielte er am Metropol-Theater in Berlin die Revue-Operette „Lauf ins Glück” von Fred Raimond und im Kabarett der Komiker „Die schöne Galathee” unter der Regie von Viktor de Kowa. Ihm gelang der Sprung ans Kleine Haus des Staatstheaters. Dort spielte er 1941 als Partner von Käthe Dorsch in der „Veilchenredoute” spielte. Namenhafte Schauspieler wie Hans Leibelt, Paul Westermeier, Paul Henckels, Kurt Meisel und Hilde von Stolz waren Partner dieser Bühnenerfolge.

Nach einer kurzen Ehe, aus der seine 1937 geborene Tochter Monika stammt, heiratete Eric Helgar 1943 die Schauspielerin Lola Müthel, mit der er ebenfalls eine Tochter, die 1945 geborene Angela, hat. Sie ist eine erfolgreiche Schauspielerin geworden. Ihr Berufsweg führte sie über Darmstadt, Bochum, Wiesbaden, Hannover nach Berlin. Ihr Fach reicht vom Drama bis zur Komödie, zur Operette und Musical bis in die Revuen von Franz Wittenbrinck. In diesen Tagen gastierte sie beim großen Theatertreffen in Berlin mit einer eindrucksvollen Rolle.

1933 holte der Regisseur Herbert Selpin Eric Helgar zu seinem ersten Spielfilm „DER SPRINGER VON PONTRESINA”, in dem er das Lied „Wir wollen Freunde sein fürs ganze Leben...” kreierte. Fast wäre das Engagement daran gescheitert, dass Eric Helgar nicht Skilaufen konnte. Aber er gab vor, es zu können und fuhr ein paar Wochen früher nach St. Moritz, um sich vom besten Skifahrer dort in Hochform bringen zu lassen. Ende gut – alles gut! Nur für den Regisseur nicht. Er brach sich ein Bein, was der Filmcrew wunderbare Ferienwochen im Schnee einbrachte.
Sehr gern erinnerte sich Eric Helgar auch an den Film „DU BIST MEIN GLÜCK” (1936) mit Beniamino Gigli, Isa Miranda und Carla Carlsen. Zwischen Helgar und Gigli entwickelte sich eine sehr herzliche Freundschaft.
Es folgten die Filme „OPERNBALL” (1939), „FRIEDEMANN BACH” (1941) und Gustaf Gründgens′ „KAPRIOLEN” (1937), in denen er auch verschiedene Gesangsparts übernahm. Mit Carola Höhn spielte er in „DER GRÜNE KAISER” (1939) und in „GAUNER IM FRACK” (1937) mit Camilla Horn. Zu Eric Helgars Lieblingsfilmen gehörte Helmut Käutners Film „ROMANZE IN MOLL” (1943).
Neben seiner Arbeit im Film ging Eric Helgar immer wieder mit Peter Kreuder und seinem Orchester in Deutschland, Holland, Belgien, England, Norwegen und Schweden auf Tournee.

Als Eric Helgar sich – auf dem Höhepunkt seiner damaligen Karrieren „Schallplatte”, „Theater” und „Film” – politisch allzu freimütig äußerte, geriet er in große Schwierigkeiten. Es gelang ihm nur knapp und mit Hilfe von Freunden sich im September 1944 zusammen mit seiner Frau Lola Müthel in seine Schweizer Heimat abzusetzen, wo er beruflich wenig freundliches Entgegenkommen fand,: So musste er sich kaufmännisch betätigen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Nach dem Krieg zog es ihn und seine Frau nach Berlin zurück, wo er alte Verbindungen wieder aufnahm. 1956 allerdings wechselte er nach München, wo er bis zu seinem Tode lebte. Man sah ihn in verschiedenen Fernsehrollen. In München entstand sehr bald ein enger Kontakt zum Funk. Es begann eine langjährige Tätigkeit für den Bayerischen Rundfunk. Schnell hatte er mit Unterhaltungssendungen sein Publikum gefunden, besonders aber für die langjährige Sendung „Rendezvous mit Musik und Eric Helgar”, in der er von seinen Begegnungen mit großen Sänger- und Schauspielkollegen sowie Komponisten, Textdichtern und Interpreten aus der ganzen Welt erzählte.

Lola Müthel setzte ihre Theaterkarriere mit Engagements in Frankfurt/Main, Düsseldorf, Berlin, München und Salzburg fort. 1958 wurde die Ehe mit Eric Helgar geschieden.

Eric Helgar spielte Theater in Berlin und Frankfurt – so die Uraufführung von Horst Pillaus erfolgreicher Komödie „Ein praktischer Arzt” an Paul Essers Berliner Hansa-Theater. Wenig später folgte „Staatsaffären” von Louis Verneuil in Helmut Kolleks Komödie in Frankfurt/Main. In den folgenden Jahren arbeitete Eric Helgar für den Bayerischen Rundfunk, da seine dritte Ehefrau, die Autorin Ina Helgar-Nicolai in München tätig war und bis heute ist. Sie heirateten 1961, die Ehe hielt bis zu seinem Tode 1992.

Eric Helgar schrieb fast all seine Sendungen selbst. Gast war und blieb er in Fernseh-Shows von Anneliese Rothenberger, Peter Kreuder und im Österreichischen Fernsehen ORF. Als singender Moderator in der Show „Großes Glück zu kleinen Preisen” – eine liebevolle Erinnerung an das ‚kleine Kino um die Ecke’ – glänzte er besonders in mitten eines Star-Aufgebots mit allen erfolgreichen Interpreten der deutschen Musikbranche (Heidi Brühl, Rex Gildo, Roy Black, Rudolf Prack, etc.).

Der Stuttgarter Musikproduzent Manfred Adelmann vom SWR lud Eric Helgar 1971 in seine Erinnerungsreihe „Stars von damals” ein. Aufgrund des großes Echos beschloss man eine völlig neue Sendereihe zu starten mit dem Titel „Auf Ihren Wunsch”, für die sich das Publikum gern gesehene Beiträge aus bereits gelaufenen Sendungen wünschen konnte. Die amüsanten Moderationen zu dieser sehr schnell beliebten Sendereihe machten Eric Helgar und die bezaubernde französische Wuschelraupe „Ploom” – ein freches, kokettes, weißes Federwesen mit großen grünen Glitzeraugen, das die Zuschauer begeisterte. ‚Vater’ dieser Stabpuppe war der französische Puppenspieler André Tahon, der mit seinen Puppen die ganze Welt bereiste und heute noch berühmt.
Viele Jahre lief diese Sendung an Fest- und Feiertagen – sozusagen als Praliné fürs große Publikum.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit fand Eric Helgar immer wieder Zeit seinen verschiedenen Hobbys nachzugehen, Freundschaften zu pflegen, Erinnerungen auszutauschen, oft ins Theater, vor allem in die Oper zu gehen und zu reisen – bis ins hohe Alter. Da auch seine Frau diese Leidenschaft teilte, sahen und erlebten sie gemeinsam Begegnungen mit anderen Kulturen, aber auch Wiederbegegnungen mit den Weggefährten aus Eric Helgars Berliner Jahren, so unter anderem mit Harold M. Kirchstein, dem Begründer der „Goldenen Sieben”, einer berühmten Berliner Jazz-Bands, den er in Kalifornien traf. In Acapulco gab es ein Wiedersehen mit dem legendären Teddy Stauffer. Auf Mallorca tauschte er mit seinem Entdecker Herbert Grenzebach viele gemeinsame Erinnerungen an die umfangreichen Schallplattenaufnahmen aus.

Eric Helgar war fast 76 Jahre alt, als er seine letzte Sendung im Bayerischen Rundfunk hatte und noch immer ein Magnet für sein Publikum war. Das Besondere an ihm war sicherlich die Verbindung vieler Künste in seiner Person... Künste, von denen er erfüllt und besessen war. Mehr als ein halbes Jahrhundert konnte er auf seine Tätigkeit im Showgeschäft zurückblicken. „Wir wollen Freunde sein – fürs ganze Leben...” treffender könnte man beruflich und privat seine Bindungen an seine Berufe und an die Menschen in seinem Leben nicht benennen, wie er sie mit diesem Lied aus einem seiner ersten Filme besang...

1992 nahm Eric Helgar Abschied von dieser Welt – nach einem mehr als reichen und erfüllten Leben. Es gibt viele Beweise dafür, dass er bis heute unvergessen ist und bleiben wird, wie diese Ausstellung zu seinem Andenken zeigt.

Filmographie

1969
„Hugo, der Weiberschreck”
Regie: Hans Albin, BRD, Spielfilm, Darsteller

1964
„Die Lady”
Regie: Hans Albin, Peter Berneis, BRD, Spielfilm, Darsteller

1949/50
„Sie sind nicht mehr”
Regie: Werner Malbran, BRD, Kompilationsfilm, Ausschnitte aus „Romanze in Moll"

1947/48
„Leckerbissen”
Regie: Werner Malbran, Deutschland (West), Kompilationsfilm, Ausschnitte aus „Du bist mein Glück"

1943
„Romanze in Moll”
Regie: Helmut Käutner, Deutschland, Spielfilm, Darsteller

1941
„Friedemann Bach"
Regie: Traugott Müller, Deutschland, Spielfilm, Darsteller und Gesang

1940
„Zwei Welten"
Regie: Gustaf Gründgens, Deutschland, Spielfilm, Gesang (on)

1940
„Traummusik"
Regie: Géza von Bolváry, Deutschland, Spielfilm, Gesang (on)

1940
„Ritorno"
Regie: Géza von Bolváry, Guido Cantini, Italien, Spielfilm, italienische Version von „Traummusik", Gesang (on)

1940
„Wie konntest Du, Veronika!"
Regie: Milo Harbich, Deutschland, Spielfilm, Gesang (off)

1940
„Nanette"
Regie: Erich Engel, Deutschland, Spielfilm, Gesang (on)

1939
„Opernball"
Regie: Géza von Bolváry, Deutschland, Spielfilm, Darsteller und Gesang

1939
„Eine Frau wie Du"
Regie: Viktor Tourjansky, Deutschland, Spielfilm, Darsteller

1939
„Der grüne Kaiser"
Regie: Paul Mundorf, Deutschland, Spielfilm, Gesang (on)

1938
„Der Blaufuchs"
Regie: Viktor Tourjansky, Deutschland, Spielfilm, Gesangsstimme von Karl Schönböck

1937
„Gauner im Frack"
Regie: Johannes Riemann, Deutschland, Spielfilm, Gesang (on)

1937
„Kapriolen"
Regie: Gustaf Gründgens, Deutschland, Spielfilm, Gesang (off)

1936
„Du bist mein Glück"
Regie: Karlheinz Martin, Deutschland, Spielfilm, Darsteller und Gesang

1936
„Potpourri" oder „Sag′s mit Liedern"
Regie: Jürgen von Alten, Deutschland, Kurz-Spielfilm, Darsteller und Gesang

1936
„Befehl ist Befehl"
Regie: Alwin Elling, Deutschland, Spielfilm, Darsteller und Gesang

1934
„Der Springer von Pontresina"
Regie: Herbert Selpin, Deutschland, Spielfilm, Darsteller und Gesang

1933
„Sag′ mir, wer Du bist"
Regie: Georg Jacoby, Deutschland, Spielfilm, Gesang

1933
„Was Frauen träumen"
Regie: Géza von Bolváry, Deutschland, Spielfilm, Darsteller und Gesang

1930
„Nur am Rhein"
Regie: Max Mack, Deutschland, Spielfilm, Darsteller
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