19.6.2003 - 31.8.2003
Robert A. Stemmle (1903 - 1974) war nichts weniger als ein Meister in allen Fächern. Von den Anfängen beim Puppen- und Laienspiel im Magdeburg der 20er Jahre gelang ihm mit selbstverfassten Theaterstücken schnell der Sprung an die großen Berliner Bühnen – als Autor, Dramaturg und Regieassistent. „Nebenbei” widmete er sich dem Kindertheater, dem Kabarett und dem jungen Medium Rundfunk, bis er ab 1932 schnell zum gefragten Drehbuchautor aufstieg. Er schrieb für bekannte Regisseure, wie Carl Froelich, Drehbücher und inszenierte ab 1934 viele Filme selbst. Nach Kriegsende arbeitete er wieder verstärkt an verschiedenen Theatern, war 1947 - 1949 Sendeleiter der berliner Hörspielabteilung des NWDR, stellte Revuen für die amerikanischen Besatzungssoldaten auf die Beine und setzte gar eine Oper an Walter Felsensteins berühmtem Haus in Szene. Für die junge DEFA schrieb er einige der bedeutendsten Filme der unmittelbaren Nachkriegszeit, wie „Affaire Blum” (1948) und „Der Biberpelz” (1949).
Das bundesdeutsche Nachkriegskino verdankt ihm die „Schlager- und Italienwelle”, für die Edgar-Wallace- und die Karl-May-Serie steuerte er einige der wichtigsten Adaptionen bei. Seit Beginn der 60er Jahre arbeitete er zunehmend für das Fernsehen und wurde schnell zum Spezialisten für Dokumentarspiele kriminalistischer Provenienz.
Bei den Vorbereitungen zu einer Fernsehserie des Südwestfunks erlitt Stemmle einen Herzanfall. Er verstarb 1974 in Baden-Baden.

Bildunterschrift: Robert A. Stemmle bei Dreharbeiten zu „Berliner Ballade” (1948); Foto: Schlawe
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Künstler-Galerie: Robert A. Stemmle
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