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Filmmuseum Potsdam: T (0049/331) 27181-12
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte: T(0049/331) 62085-50
Ausstellung vom 25. März - 24. Oktober + Workshop
Aus Anlass des 200. Todestages präsentiert das Filmmuseum Potsdam eine Ausstellung, in deren Zentrum die Darstellung der Königin Luise in Spielfilmen und Fernsehproduktionen steht.
Sie wurde geliebt und verklärt wie keine zweite preußische Königin. Dichter, Maler, Bildhauer verewigten sie in unzähligen Darstellungen. Auch deutscher Film und deutsches Fernsehen kommen nicht ohne Luise aus. Henny Porten, Ruth Leuwerik, Regina Beyer und andere, zu ihrer Zeit berühmte Aktricen, liehen ihr Gesicht und Gestalt. Seit fast 100 Jahren begegnet sie dem deutschen Kinopublikum in jedem Jahrzehnt, in jedem politischen Umfeld:
1913 erscheint sie zum ersten Mal auf der Leinwand: engelsgleich und ständig besorgt um das Wohl Preußens. Das Kino der krisengeschüttelten Weimarer Republik präsentiert die Königin in sechs Filmen, mal mütterlich, mal leidend, aber immer als Lichtgestalt, die ihr Volk aus großer Not zu befreien sucht. Überirdisch schön, begleitet von Engelschören und zum ersten Mal in Farbe geistert sie gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch die wenigen noch intakten Kinos des Dritten Reiches. Im Kino der jungen Bundesrepublik zaghafte Reformerin und im DDR-Fernsehen forsche Emanze – sie behauptet sich in den Medien bis zum heutigen Tag. Deutsche Geschichte wurde dabei von verschiedenen politischen Systemen in Dienst genommen und bei Bedarf neu geschrieben. Der Biografie der historischen Luise folgend, werden die Stationen ihres Lebens und ihre Darstellung in Film und Fernsehen näher betrachtet.
Luise von Preußen – Königin der Herzen
Buchpräsentation und Lesung mit Dr. Daniel Schönpflug
Anschließend der Film: Luise – Königin der Herzen
Donnerstag, 23. September 2010, 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: Kinosaal des Filmmuseums Potsdam
Eintritt: 6,50 Euro, erm. 5,50 Euro
August Wilhelm Schlegel nannte sie eine „Königin der Herzen”. Während Napoleons Armeen die Throne in Europa zum Wanken brachten, gelang es Luise von Preußen, die Untertanen für die Monarchie zu begeistern. Als Preußens Waffen längst vor dem Kaiser der Franzosen kapituliert hatten, trat Luise ihm persönlich entgegen.
Daniel Schönpflug erzählt das Leben der jungen Königin, die schon mit 34 Jahren starb, in einer hinreißend geschriebenen Biographie. Einfühlsam und historisch genau zeichnet dieses Buch ein neues Bild der Königin, die wie keine andere in der Erinnerung der Deutschen lebendig geblieben ist. Daniel Schönpflug, geb. 1969, ist Historiker und stellvertretender Direktor des Centre Marc Bloch, Berlin. Sein Buch „Luise von Preußen – Königin der Herzen” ist bei C. H. Beck erschienen.
Luise – Königin der Herzen
R: Georg Schiemann, D: Luise Bähr, Markus Kunze, Andrea Ummenberger, D 2010, 52’
Als Auftakt der Retrospektive der erhaltenen Filme um die preußische Königin ist die aktuellste Produktion Luise – Königin der Herzen (2010) im Kino zu sehen. „Dokufiction” und „Reenactment” sind die Begriffe, welche auf das spezielle, heute gängige Fernsehformat angewendet werden, wenn über Zeiten berichtet wird, aus denen es kein Filmmaterial gibt: Die historischen Ereignisse werden nachgespielt und von Wissenschaftlern, dem neuesten Stand der Forschung entsprechend, kommentiert. Der Zuschauer erlebt einen kleinen Ausstattungsfilm, dessen Umgang mit Geschichte er viel mehr trauen darf, als den historisch-biografischen Leinwandspektakeln vergangener Jahrzehnte.
Der Fünfteiler „Scharnhorst“
Filmmatineen
Samstag, 16. Oktober, 10 Uhr
Teil 1: „Die Katastrophe” (74’) und Teil 2: „Der Generalangriff“ (75’)
Sonntag, 17. Oktober, 10 Uhr
Teil 3: „Die Krise“ (75’), Teil 4: „Die Erhebung“ (75’) und Teil 5: „Die Hoffnung“ (60’)
Samstag, 23. Oktober, 10 Uhr
Teil 1: „Die Katastrophe“ (74’) und Teil 2: „Der Generalangriff“ (75’)
Sonntag, 24. Oktober, 10 Uhr
Teil 3: „Die Krise“ (75’), Teil 4: „Die Erhebung“ (75’) und Teil 5: „Die Hoffnung“ (60’)
Veranstaltungsort: Kinosaal des Filmmuseums Potsdam
Eintritt: 3 Euro (je Teil)
Scharnhorst
R: Wolf-Dieter Panse, D: Horst Drinda, Dietrich Körner, Regina Beyer, DDR 1977/78, fünf Teile, Gesamtlänge: 359’
Der ambitionierte Fünfteiler, produziert für das Fernsehen der DDR, entstand im Zuge einer Neubewertung und Neuinterpretation Preußens innerhalb der DDR-Geschichtsschreibung. Die Reihe setzt sich mit den Lebensschicksalen und der geistig-politischen Entwicklung der Staats- und Militärreformer Gerhard von Scharnhorst, Neidhardt von Gneisenau, Hermann von Boyen und Carl von Clausewitz während der Zeit der Napoleonischen Befreiungskriege auseinander. Königin Luise (verkörpert von Regina Beyer) hat ihren Auftritt in den Teilen 2 und 3. Sie schildern die Ereignisse kurz nach Kriegsbeginn. Preußens Armee wurde bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen. Napoleon zieht im Triumph durch das Brandenburger Tor. Wie ist Preußen zu retten? Clausewitz, in französischer Kriegsgefangenschaft, sieht die Lösung einzig in einer Revolution, ihm sind jedoch die Hände gebunden. Königin Luise bittet Napoleon persönlich um günstige Friedensbedingungen, doch der diktierte Vertrag bringt das Ende der Großmachtstellung Preußens. In der Stunde nationaler Erniedrigung ergreifen der mit den Regierungsgeschäften beauftragte Freiherr von Stein und Scharnhorst die Initiative und versuchen das alte und morsche Staatsgebilde zu reformieren.
Rückschau
Luise – Königin der Herzen
R: Georg Schiemann, D: Luise Bähr, Markus Kunze, Andrea Ummenberger, D 2010, 52’
Als Auftakt der Retrospektive der erhaltenen Filme um die preußische Königin war die aktuellste Produktion Luise – Königin der Herzen (2010) im Kino zu sehen. „Dokufiction” und „Reenactment” sind die Begriffe, welche auf das spezielle, heute gängige Fernsehformat angewendet werden, wenn über Zeiten berichtet wird, aus denen es kein Filmmaterial gibt: Die historischen Ereignisse werden nachgespielt und von Wissenschaftlern, dem neuesten Stand der Forschung entsprechend, kommentiert. Der Zuschauer erlebt einen kleinen Ausstattungsfilm, dessen Umgang mit Geschichte er viel mehr trauen darf, als den historisch-biografischen Leinwandspektakeln vergangener Jahrzehnte. Die Titelrolle wird von Luise Bähr gespielt, die zur Ausstellungseröffnung anwesend war.
„Königin der Herzen” und Märtyrerin.
Preußens Königin Luise im Kino
Vortrag mit Filmbeispielen von Wolfgang Koller M.A., Berlin
Anschließend:
Filmisches Raritätenprogramm An der Welte-Kinoorgel: Helmut Schulte
In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa
Königin Luise avancierte aufgrund der ihr entgegengebrachten Verehrung zur wohl meistverfilmten Frauengestalt der deutschen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Filme griffen die tradierten Elemente des Mythos um die Königin auf. Von der dreiteiligen Produktion „Der Film von der Königin Luise” aus wilhelminischer Zeit (1912/13) bis zur Nachkriegsverfilmung „Königin Luise“ von 1957 ähnelten sich die Kinofilme darin, dass sie auf diese Mythenelemente zurückgriffen. Allerdings veränderten sich die Akzentsetzungen in der Darstellung.
Gestützt auf Bildmaterial und Filmausschnitte hat der Filmhistoriker Wolfgang Koller die wichtigsten Stationen des ‚Leinwandmythos Luise’ vom Kaiserreich bis in die 1950er-Jahre Revue passieren lassen. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf den Abschnitten, die Luises Aufenthalt in Ostpreußen und die politische Dimension des Erinnerns thematisieren.
Filmisches Raritätenprogramm An der Welte-Kinoorgel: Helmut Schulte
Die elf Schillschen Offiziere (Trailer) R: Rudolf Meinert, D: Grete Reinwald, Rudolf Meinert, Gustav A. Semler, D 1926, 3‘
Prinz Louis Ferdinand. Der Held von 1806 (Fragment) R: Hans Behrendt, D: Christa Tordy, Hans Stüwe, Jenny Jugo, D 1927, 23‘
Königin Luise R: Karl Grune, D: Mady Christians, Mathias Wieman, Anita Dorris, D 1927, 40’
Die Königin in Ostpreußen. Erinnerungen an Luise im langen 19. Jahrhundert
Vortrag mit Bildern von Maria Schultz M.A., Berlin
Anschließend der Film:
Königin Luise
In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa
Einen besonderen Platz innerhalb des Luisenmythos nahm stets Luises Aufenthalt in Ostpreußen ein: Ihre Flucht vor der siegreichen französischen Armee in die entlegene Provinz wurde zur Passion stilisiert. Ihr Zusammentreffen mit Napoleon in Tilsit, bei dem sie vergebens um mildere Friedensbedingungen für Preußen bat, galt als Höhepunkt ihrer Leidensgeschichte. Aber auch ihre Zeit in Memel und Königsberg, den preußischen Residenzstädten, bis zur Rückkehr des Königspaares nach Berlin war ein häufiger Topos der Erinnerung.
Die Historikerin Maria Schultz geht in ihrem bebilderten Vortrag den Verknüpfungen des nationalen Luisenkultes mit den Aufenthalten der Königin in Ostpreußen nach. Sie widmet sich dabei den verschiedenen Formen der medialen Inszenierung und politischen Instrumentalisierung im 19. Jahrhundert. Außerdem stellt sie heutige Erinnerungsorte auf dem Gebiet des ehemaligen Ostpreußen vor.
Königin Luise Liebe und Leid einer Königin
R: Wolfgang Liebeneiner, D: Ruth Leuwerik, Dieter Borsche, Bernhard Wicki, BRD 1957, 105’
(Buch: Georg Hurdalek, Kamera: Werner Krien, Bauten: Gottfried Will, Rolf Zehetbauer, Kostüme: Herbert Ploberger, Brigitte Scholz, Musik: Franz Grothe, Produktionsfirma: KG Divina-Film GmbH & Co)
Was mit den Habsburgern und ihrer Sissi im Kino der 1950er möglich war, funktioniert mit den Hohenzollern und Luise nicht. Freiwillige Selbstkontrolle und Presse bäumen sich angesichts des Filmes auf: Er sei „geeignet, monarchistische und nationalistische Gedanken bei der Jugend zu wecken, (... die Geschichte werde) zum Anlass einer verlogenen ‚Weisheit‘ genommen: Fange nach der Niederlage klein an (...) und alles wird wieder gut!” Entsprechend der Empörung über das Thema, hat die Presse für die Titelfigur oft nur höhnische Kommentare übrig: „Da hätten wir also wieder Frau Leuwerik, wie sie leibt und trappt.” Aus heutiger Sicht ist „Königin Luise“ vielmehr ein Film über das Jahr 1957 als über preußische Geschichte von 1802 bis 1810. Es ist ein Film über den Zeitgeist in der jungen Bundesrepublik und kaum verheilte, nationale Wunden – vielleicht der interessanteste in der Luise-Filmografie.
Die preußische Madonna. Auf den Spuren der Königin Luise
Buchpräsentation und Lesung mit Christine Gräfin von Brühl, Berlin Mehr zum Buch
In der Reihe des HBPG und der Stadt- und Landesbibliothek
„Streifzüge durch die brandenburgisch-preußische Geschichte”
Kaum eine Herrscherin hat in nur 34 Lebensjahren soviel Sympathie und Aufmerksamkeit auf sich gelenkt wie Luise von Preußen. Nach ihrer Heirat mit Friedrich Wilhelm III. machten ihre Schönheit und Güte sie weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt und beliebt. Nach ihrem überraschend frühen Tod wird sie zur „Königin der Herzen“. Novalis, Kleist, Jean Paul und Schlegel huldigen ihr in ihren Werken. Der Luisenkult ist Geschichte, doch die Verehrung der preußischen Monarchin seit nunmehr 200 Jahren ungebrochen.
Entlang der wichtigsten Lebensstationen (der heutigen „Luisen-Route”) über Hohenzieritz, Neustrelitz, Gransee und Paretz bis nach Berlin zum Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg, wo die Königin bestattet wurde, folgt diese Biographie einem faszinierenden Leben, das die Menschen bis heute bewegt.
Luise, Königin von Preußen
R: Carl Froelich, D: Henny Porten, Gustaf Gründgens, Paul Günther, D 1931, 115’
Filmvorführung mit Einführung durch Viola Livera (Schauspielerin, Hamburg)
1806, Preußen steht zwischen dem napoleonischen Frankreich und Russland: König Friedrich Wilhelm III., misstrauisch gegenüber seinen Beratern, scheut sich vor Entscheidungen. Seine Frau hält er bewusst von der Politik fern. Als Zar Alexander nach Berlin kommt, um ihn für Russland zu gewinnen, überschreitet Napoleon schon die preußische Grenze, siegt bei Auerstädt und Jena und zieht in Berlin ein. Königin Luise flieht nach Königsberg zum König und den Kindern. Als der Zar mit Napoleon einen Sonderfrieden schließt, der die Zerstückelung Preußens bedeutet, geht Luise nach Tilsit, um Napoleon um Schonung für Preußen zu bitten.
Ein breit gefächertes Historienspiel mit Henny Porten in der Rolle der Luise, eine Figur mit der sie, wie sie selbst sagte, so verwachsen war wie mit sonst kaum einer. Über Henny Porten, einen der ersten deutschen Filmstars, spricht die in Hamburg lebende Schauspielerin Viola Livera vor der Filmvorführung.
Königin Luise. Von der Provinzprinzessin zum preußischen Mythos
Buchpräsentation und Lesung aus dem Buch von Hanne Bahra
Anschließend der Film mit Einführung (Hans-Gunter Voigt, Filmhistoriker): Kolberg
Bewundert, verehrt und verklärt wurde Luise von Preußen, die bedeutendste deutsche Königin, schon zu Lebzeiten. Ihr Charme bezauberte halb Europa, als Vermittlerin zwischen feudaler und modern-bürgerlicher Welt und engagiert in Preußens Kampf gegen Napoleon war sie ihrer Zeit weit voraus. Der Blick hinter die Legenden zeigt eine Frau, die eher „aus dem Bauch“ agiert, in ihrer Rolle immer wieder zu Kompromissen gezwungen wird – und doch ihren eigenen Weg findet.
Hanne Bahra ist freie Journalistin in Berlin und arbeitet u.a. für den „Tagesspiegel". Sie berichtet regelmäßig über interessante Reiseziele in der ganzen Welt und kulinarische Entwicklungen in der Gastronomie. Ihre Luise-Biografie erscheint im Bucher Verlag, München. Ergänzt werden die Buchpassagen durch Auszüge aus den Briefen der Luise gelesen von Schauspielerin Nora Hütz.
Kolberg
R: Veit Harlan, D: Kristina Söderbaum, Heinrich George, Paul Wegener, Irene von Meyendorff, D 1945, 111’
(Buch: Alfred Braun, Veit Harlan, Kamera: Bruno Mondi, Bauten: Karl Machus, Erich Zander, Musik: Norbert Schultze, Produktionsfirma: Ufa-Filmkunst GmbH)
Einführung zum Film: Hans-Gunter Voigt (Filmhistoriker)
Die schönste und wundersamste aller Leinwand-Luisen erscheint für eine einzige Szene mitten im nationalsozialistischen Getöse historischer Un- und Halbwahrheiten, im farbenfrohen, komparsenreichen, laut gebrüllten, filmischen Aufruf zum letzten Aufgebot. Regisseur Veit Harlan beteuert später in seinen Memoiren, die Begegnung der Königin mit einem einfachen Bauernmädchen, wie in Paul Heyses Schauspiel „Colberg” beschrieben, sei eine der wenigen Szenen, für die er die „künstlerische Verantwortung” übernehmen wolle. Luise ist hier zum Bildstock erstarrt, an dem die Preußen 1809, ebenso wie das deutsche Premierenpublikum des Films am 30. Januar 1945, um ein Wunder bitten konnten.
Die Geschichte des Rittmeisters Schach von Wuthenow
R: Hans Dieter Schwarze, D: Karl Michael Vogler, Thomas Danneberg, Gertrud Kückelmann, BRD 1966, 79’
Einführung: Alexa Eberle (Ausstellungskuratorin)
Als Bote aus den Sixties erscheint Luise in dieser Fernsehversion von Theodor Fontanes „Schach von Wuthenow“ mit ondulierter Turmfrisur und schickem Strickkleid. Gleich einem Modefoto aus der „Brigitte” steht sie im Ovalen Saal des Charlottenburger Schlosses und blickt in den Park. Dann löst sie überlegen, mit wissender Ironie in der Stimme, die erotische Verwirrung des Titelhelden und stellt sich wieder in Pose. Es ist eine fiktive Geschichte und die schöne Gertrud Kückelmann spielt keine historisch korrekte Luise. Die Szene ist der augenzwinkernde Hinweis des Regisseurs auf das Heutige im Fontane-Stoff.
Königin Luise in Selbstzeugnissen und Anekdoten
Lesung mit Schauspielerin Angelika Waller
Anschließend der Film: Der Mann aus Jena
Man sagte Königin Luise nicht nur besondere Schönheit und Güte nach, sondern auch diplomatisches Geschick; sie galt den preußischen Reformern als Hoffnungsträgerin und wurde zum Inbegriff eines neuen Frauenbildes. Manche hielten sie aber auch für einfältig und bieder. Den Stoff für Anekdoten lieferte sie als unkonventionelle Tochter, liebende Mutter und Frau, leidenschaftliche Biertrinkerin, patriotische Königin und geschickte Diplomatin im Dienste Preußens.
Die von Angelika Waller warmherzig und temperamentvoll vorgetragenen Texte lassen das Bild einer Monarchin entstehen, die mit Geschick und Geschmack Konventionen brach und doch ganz Kind der preußischen Verhältnisse blieb. (Eulenspiegel Verlag)
Der Mann aus Jena
R: Manfred Mosblech, D: Otto Mellies, Fred Düren, Angelika Waller, DDR 1981, 90’
Schauspielerin Angelika Waller stand bereits vor 30 Jahren als Königin Luise vor der Kamera. Frei nach Motiven aus dem Leben des Charité-Arztes Christoph Wilhelm Hufeland, ist die Handlung des DDR-Fernsehfilms in der Zeit zwischen 1801 und 1814 in Berlin und Ostpreußen angesiedelt und umfasst die Niederlage Preußens gegen das napoleonische Frankreich sowie die Reformzeit bis zu den Befreiungskriegen.













