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Skladanowskys Bioskop / Werbeblatt zur Wintergarten-Aufführung am 21.11.1895; Foto: K. Bergmann
Skladanowskys Bioskop / Werbeblatt zur Wintergarten-Aufführung am 21.11.1895; Foto: K. Bergmann 

» Skladanowskys Bioskop

Schmuckstück der technischen Sammlung ist der Projektor Bioskop, eine Dauerleihgabe des Bundesarchiv-Filmarchivs, mit dem Max Skladanowsky am 1. November 1895 im Berliner Wintergarten seine Filme vorführte – das war die erste öffentliche Filmdarbietung in Europa. Das Bioskop ist im Museumsfoyer ausgestellt.

Das Bioskop, Schlussnummer des neuen Programms des Varietés Wintergarten in Berlin ab 1. November 1895, wurde damals groß angekündigt: „Die interessanteste Erfindung der Neuzeit.”
Der Konstrukteur war Max Skladanowsky, das Bioskop ein Projektor zur „Darstellung lebender Photographien”. Die Vorführungen mit dem Bioskop gelten als die erste öffentliche Filmdarbietung in Deutschland.
Das technische Verfahren war recht kompliziert. Auf einem etwa 1,5 m langen Rollfilm ohne Perforation nahm Skladanowsky bis zu 48 Einzelbilder auf. Der Abstand von Bild zu Bild war durch die fehlende Perforation ungleichmäßig. Die Bildfrequenz betrug 8 Bilder in der Sekunde. Eine solche Bildfolge ist zur Projektion als „bewegtes Bild” nicht geeignet. Aus diesem Grund schnitt Skladanowsky das entwickelte Negativ auseinander und ordnete die Bilder 1, 3, 5 usw. in einer Reihe sowie die Bilder 2, 4, 6 usw. in einer zweiten Reihe neu an. Dabei glich er auch die unregelmäßigen Bildabstände aus. Dann kopierte er die beiden Bildreihen auf Filmfolien. Diese Positiv-Folien schnitt Skladanowsky nun wiederum in Streifen und heftete sie mit Metallösen zu Bändern aneinander. Diese Bänder wurden perforiert und die Löcher ebenfalls mit Metallösen verstärkt. Anschließend heftete Skladanowsky die so entstandenen Streifen mit den geraden bzw. ungeraden Bildern zu zwei Schleifen zusammen.
Mit dem Projektor Bioskop konnten nun diese Ringfilme vorgeführt werden. Als Schrittschaltwerk diente ein Schneckenradmechanismus, für den Skladanowsky am 1. November 1895 das Patent erhielt. Während von einem Bildstreifen ein Bild projiziert wurde, blieb das zweite Objektiv durch eine Blende abgedeckt und der zweite Bildstreifen wurde in dieser Zeit um ein Einzelbild weitergeschaltet. Das gewährleistete einen genügend schnellen Bildwechsel, die projizierten Bilder konnten als Bewegungsablauf wahrgenommen werden.
Technologie und Qualität von Skladanowskys Geräten und Vorführungen blieben hinter dem zurück, was andere zur selben Zeit bereits erreicht hatten. Skladanowsky benötigte zwei Filmstreifen, was gegenüber dem allgemein üblichen Prinzip mit nur einem Filmstreifen, wie es z.B. von den Lumiéres erfolgreich verwendet wurde, einen erheblichen technischen Mehraufwand und Nachteil bedeutete.
Das Bioskop war das zentrale Ausstellungsobjekt des Landes Brandenburg auf der EXPO 2000.
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